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Hugo Ko³³¹taj kam am 1. April 1750 in Duderka³y Wielkie in Wolymien auf die
Welt. Zu Hause bekam er Grundlagen der Ausbildung und dann wurde er in die
Schule in Piñczów geschickt. Aus der ehemaligen andersgläubigen Traditionen
dieser Anstalt - einst Mittelpunkt des fortschrittlichen Gedankens im XVIII.
Jahrhundert ist leider nichts übrig geblieben, aber die Piñczower Schule
lieferte Ko³³¹taj gewisse Materialien, die die klägliche Lage des
Bildungswesens in Polen in den letzten Jahren der Regierung von August III.
darstellten. Und diese Schule gehörte doch im XVIII. Jhr. Zur
verhältnismäßig gut gedeihenden „Kolonien“ dieses Typs. Sie stand unter
Schutz der Krakauer Akademie, die ihre Lehrer und Zöglinge zur Piñczower
Schule abordnete. Sie überwachte auch das Lehrprogramm. Wenn es um die
Geistesbegabungen Ko³³¹tajs geht, bemerken die Biographen, dass er ein
erschwertes Gedächtnis hatte, infolge dessen er Schwierigkeiten hatte, die
Fremdsprachen gut zu beherrschen. Außname dabei war Italienisch, woriner
besonders geübt war. Der Wille, sich über Mitgenossen des Adelstandes zu
erheben, Ehrgeiz und Begierde nach dem Wissen verursachten, dass er sich
nach dem Abschluss der Piñczower Schule, dann der Krakauer Universität, als
achtzehnjähriger Doktor der Philosophie ins Ausland begab, um sich
weiterzubilden. Im Jahre 1770 sehen wir ihn zuerst in Wien, dann in Rom und
Neapel. In Rom hat er den Doktorgrad in der Rechtswissenschaft und in der
Theologie erworben. In Italien erwarb er auch allgemeine breite Ausbildung.
Er beschäftigte sich unter anderem mit bildenden Künsten. Davon zeugen die
bis heute erhaltenen Aquarelle. Er hat auch Elemente der
Naturwissenschaften, mit Chemie, Astronomie und Mathematik an der Spitze
kennen gelernt. Dieses Wissen wurde dann besonders in der Zeit nützlich, als
er Anweisungen und Programme für die Entwicklung von mehreren Wissenschaften
in Polen schuf. |
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1775 kehrte Ko³³¹taj wieder nach Polen zurück, übernahm das Krakauer
Kanonikat, und um sich materielle Grundlagen zu sichern, ist es ihm
gelungen, das Pfarramt in Mielec und Krzy¿anowice zu erlangen. Hier
entwickelte er seine Tätigkeit, deren Ziel war die Lebenslage der Bauern zu
verbessern. Er arbeitete in der Gesellschaft für Elementarbücher, die durch
die Kommission für Nationale Bildung gegründet wurde. Er brachte auch die
Reform der Krakauer Schulen in Anregung. Die Gipfelleistung der „Visitation“
war die Bearbeitung eines Organisationsplans für das ganze Schulwesen in
Polen. Über das Werk Hugo Ko³³¹tajs in dieser Zeit schrieb Jan Œniadecki:
„Wenn er auch nichts mehr gemacht hätte, dank diesem schönen Plan in der
Theorie und einfachen und heilsamen im Leben, hat er schon Recht erworben,
berühmt in der Geschichte der polnischen Wissenschaften zu werden und sich
nationaler Dankbarkeit zu erfreuen”. Die in Krakau durchgeführte Ko³³¹tajs
Reform hatte eine riesige Bedeutung. Sie erfolgte aus den Nöten des Landes
und übte einen Einfluss den weiteren Lauf der Arbeiten der Kommission und
eine „geistige Wende“ aus. Die Lage des Schulwesens war damals äußerst
schwer. Ko³³¹taj charakterisiert den Zustand des Schulwesens in Polen in
einer seiner Schriften auf folgende Weise: „Den Jesuiten ging es
hauptsächlich darum, die Jugend in verschiedene Praktiken des Gottesdienstes
einzuüben, weil das das einzige Weg war, die Jugend den Beichtvätern und
geistlichen Vätern zu unterordnen. Niemand fühlte es besser als Jesuiten,
wie es schwer ist, im Volk die führende Position in gewöhnten Wissenschaften
und Fähigkeiten zu haben, bequemer war also ihnen, ihren Kredit im
fanatischen Land zu haben, das sich mit trockenen Praktiken des
Gottesdienstes beschäftigte.” |
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Die Ordensschulen - nach Meinung Ko³³¹tajs - nicht näherten, sondern
entfernten ihre Zöglinge von wesentlichen Nöten des Landes. „ Sie gaben die
größten Libertins Polens, die schlechtesten Wirten, und oft die
unehrlichsten Bürger.” Im Dank für die zehnjährige Arbeit auf dem Gebiet des
Schulwesens, hat ihn der König mit dem Orden des Heiligen Stanis³aw und mit
dem Amt des litauischen Referendars ausgezeichnet. Viel Gutes hat Ko³³¹taj
für seine erste Schule, verfallende Akademische Kolonie gemacht. Sie steckte
seit Jahren in einer Krise, sie wurde von ihren verschwenderischen
Gutsherren Wielopolski materiell vernachlässigt. Im Angesicht der geplanten
Abschaffung der Schule eilte er zu ihrer Rettung. Er verstand die Ursachen
des schlechten Standes der Dinge. Das waren vor allem Konservatismus des
Adels, der gegen Schulreformen war und Mangel an gut ausgebildeten Lehrern.
Außerdem ist das Schulgebäude in die Ruine geraten und immer weniger eignete
es sich zum Gebrauch und dazu hat die Armut der Schule beigetragen. Ko³³¹taj
stellte einen Verbesserungsplan der Anstalt, wobei wurde er von einem
ausgezeichneten Gelehrten Jan Œniadecki unterstützt. Ihre gemeinsame
Anstrengungen haben am 3. Juli 1784 zu einem Abkommen geführt, auf Grund
dessen der Pfarrer des Heiligen Johannes – Hugo Ko³³¹taj finanzielle
Pflichten der Schule gegenüber übernahm. Er ließ gleich das Schulgebäude
erneuern, kümmerte sich sowohl um das Unterrichtsniveau als auch um
Gehälter der Lehrer. Mit der Entscheidung der Kommission für Nationale
Bildung wurde die Kolonie in eine Überabteilungsschule umgestaltet. Sie
hatte die Pflicht, die Elementarschulen in Busko, Jêdrzejów, Krzy¿anowice,
Nowe Miasto Korczyn, Piñczow, Skalbmierz, Wiœlica, Wodzis³aw zu überwachen.
Die Herbstinauguration des Schuljahres fand in Anwesenheit Ko³³¹tajs statt.
Für diese Gelegenheit hat er seinen Abreisetermin nach Warschau verschoben.
Die Feier hatte einen nicht alltäglichen Gang. Darüber hat die
Oktober-Warschauer-Zeitung informiert: ”Die Piñczower Schulen feierten die
Eröffnung ihrer Wissenschaften in Beisein von Frau und Herr Markgrafschaft,
die an diesem Tage das Mittagessen für anwesende Gäste gaben, und dann
wurden zwei Luftballons mit Durchmesser von zwei Pariser Füßen steigen
gelassen, von denen einer, vier Stunden in der Luft schwebend, zwei Meilen
weit geflogen ist”. |
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1786 -1794 waren Jahre der politischen Tätigkeit Ko³³¹tajs. Er spielte eine
grundlegende Rolle beim Formen der Partei „Wahre Patrioten„ während des
Großen Parlaments. Für diese Partei hat er mit eigentlicher für sich
Begabung Programmthesen gebildet. Diese begann er mit der Losung der
Heeresauktion. Er unternahm eine rege Tätigkeit in der Bewegung des
Bürgertums. Dann hat er ein Memorial der Städte verfasst. Dieses Memorial
haben die Delegierten der Städte dem König und den staatlichen Würdenträgern
im Dezember 1789 während der sogenannten schwarzen Prozession vorgelegt.
Ko³³¹taj war einer der Autoren der Verfassung vom 3. Mai. Nach der zweiten
Teilung Polens, als die Anklagen gegen das Vierjährige Parlament von
verschiedenen Seiten gestellt wurden, trat er mit der Verteidigung seines
„geliebten Kindes” auf - im Werk unter dem Titel „ Von der Festsetzung und
dem Sturz der polnischen Verfassung vom 3. Mai“, das er gemeinsam mit Ignacy
Stanis³aw Potocki und Franciszek Potocki geschrieben hatte. Die Verfasser
haben an die Polen einen Appell gerichtet. ”Dauere in Sentimenten der wahren
Freiheit, achte die Verfassung vom 3. Mai für letzten Willen der sterbenden
Heimat, behalte die Gefühle der Brüderlichkeit dem Stadtvolk , die engste
Gerechtigkeit dem Landvolk gegenüber. Auf diese Weise nimmst du am
günstigsten eine Rache an die Schänder, bereitest die Veränderung des
Schicksals der zukünftigen Generationen vor, verwirklichst eine tiefe
Warnung des Genfer Philosophen, der so unser polnisches Volk ermahnte:
Polen! Wenn ihr nicht imstande seid zu verhindern, dass euch eure Nachbarn
fressen, bemüht euch, dass sie euch nicht verdauen können.” |
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| Diese
großen Worte Ko³³¹tajs waren wie ”der letzte Wille des sterbenden Polens,
wie ein Testament und das heilige Gebot, die dem Volk von der Mutter –
Heimat überlassen wurden. Ihr konntet die Unabhängigkeit des Landes nicht
bewahren, aber vergesst nicht, dass ihr eure Nationalität retten könnt.”
Seit dem Jahre 1799 war Ko³³¹taj Dorfpfarrer und auch lebenslänglicher
Gutsherr dieses Dorfes. Er spielte also eine doppelte Rolle – eines Pfarrers
und eines Feudalherrn. Als Priester wollte er hier eine Musterpfarre
schaffen, und als Besitzer wünschte er sich die besten Beziehungen mit dem
Landschar zu gestalten. Nachdem er die Pfarre übernommen hatte, gab er ihre
Leitung seinen Stellvertretern. Er fertigte für sie „Beschlüsse für die
Krzy¿anowicer Kirche” an, also ein konkretes Programm für die Tätigkeit des
Dorfpriesters. Hier wurden Pflichten des Pfarrers, Gottesdienste, Lehre der
Kirche, Verwaltung von Sakramenten und sogar Pflichten des Kirchendieners
besprochen. In der Zeit der Weihnachten 1784 hat der Probst die
Adam-und-Eva- und die Izydor-Oracz-Barmherzigkeitsgesellschaft gegründet.
Eine ähnliche entstand auch in Piñczów. Sie wurde mit Mitgliedsbeiträgen und
mit Ko³³¹tajs Zuwendungen dotiert. Die Gesellschaft der Barmherzigkeit half den Armen, sie wurden z. B. zusätzlich ernährt, errichtete eine Armenanstalt, gewährte Darlehen in der Form der Getreide oder Geldes vor der neuen Erntezeit und endlich überwachte die Pfarrschule. Die Belohnung für die Arbeit bezahlte Ko³³¹taj. Er versorgte auch die Schule mit Schulbüchern. Er schöpfte Geld von der aktiven wirtschaftlichen Tätigkeit, Krzy¿anowice brachten ihm das größte Einkommen. Um Sumpffelder und Wiesen zu trocknen wurden Meliorationsarbeiten durchgeführt. Also wurden die Gräben geführt und die Dämme erbaut. Die Grundwege wurden geradegemacht. In Leszcze baute man ein Mustervorwerk mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. In diesen Gütern blühte die Vieh- und Schafzucht, Fischteiche wurden gegründet und die Mühlen arbeiteten. Außer Krzy¿anowice war Ko³³¹taj Erbinhaber von Gartatowice, Stawiany, Chomentówek, und in Piñczów hatte er Gärten. Einer davon, am Hügel des Heiligen Anna Bergs gelegen, ist bis heute erhalten. Nachdem Ko³³¹taj in Krzy¿anowice gekommen war, fand er hier eine uralte Kirche und Prämonstratenserkloster. Im Juni 1782 schlug ein Blitz in die Kirche ein und der Brand vernichtete das Bauwerk. Die Sage erzählt, dass es eine Himmelsstrafe gegen Ko³³¹taj war. In kurzer Zeit wurde ein neuer Tempel für das Geld des Probstes errichtet. Die Architektur der Kirche bezaubert mit ihrer Schönheit. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Ko³³¹taj im Herzogtum Warschau. In dieser Zeit eröffentlichte er einige Werke. |
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Ko³³¹taj ist am 28. Februar 1812 in Verlassenheit nach einer schweren ihn
viele Jahre lang quälenden Krankheit gestorben. Der Tod am Vortage des
Napoleonzuges hat ihm noch eine Enttäuschung, noch eine Niederlage geschont.
Und er hatte viele von diesen in seinem Leben. Zu diesem Thema schrieb
Œniadecki: ”Der Verteidiger der menschlichen Freiheiten hat nur das
10–jähriges Gefängnis verdient. Nachdem er so viel für Krakauer Akademie
gemacht hatte, sah er auf ihren Sturz und auf die Niederlage aller seiner
Bemühungen. Die Würde des Ministers hat er mit der Obdachlosigkeit, mit der
Sklaverei und mit dem Elend bezahlt. Die neidischen Menschen, politische
Abenteuer und sogar die Natur haben sich schlechtweg gegen einen Menschen
verschworen.” |
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Übersetzung: mgr Urszula Klaczak |